Woche der Brüderlichkeit
Zahlreiche Veranstaltungen in der Metropolregion Rhein-Neckar


Am 8. März 2015, 11.30 Uhr, findet im Ludwigshafener Pfalzbau die bundesweite Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit statt. In der Metrolopolregion Rhein-Neckar organisieren die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und andere Organisationen zahlreiche Veranstaltungen.

Der Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal erinnert mit einem VHS-Vortrag am 12. März 2015, 19 Uhr, im VHS-Bildungszentrum Frankenthal, Schlossergasse 8 – 10, Eintritt frei, an die Geschichte der Jüdischen Gemeinde in Frankenthal. Mit dem Satz "Herrlich ist es, wenn Menschen sich als Brüder erkennen und lieben", wurde 1885 die zweite Synagoge eingeweiht.

Die Jüdische Gemeinde Frankenthal wurde um 1785 gegründet. Sie könnte in diesem Jahr das 230-jährige Jubiläum feiern. Die Synagoge wurde am 28. August 1885 in der Glockengasse 12 eingeweiht, vor 130 Jahren. Beide Jubiläen unterstreichen die Bedeutung der jüdischen Bürgerinnen und Bürger in Frankenthal.

1818 lebten in Frankenthal 136 Juden, 1858 waren es 229, 1880 etwas mehr als 300 und 1900 schließlich 372. Das waren zirka zwei Prozent der Gesamtbevölkerung der Stadt.

Die Einweihung der neuen Synagoge fand unter "reger Anteilnahme der Frankenthaler Bevölkerung" statt, schrieb die damalige Frankenthaler Zeitung am 29. August 1885. In seiner Festpredigt erinnerte der Bezirksrabbiner Dr. Jakob Salvendi aber auch daran, dass die Zeit leider nicht frei sei von betrübenden Merkmalen des Glaubens- und des Rassenhasses. Er beendete seine Rede mit den Worten: "Herrlich ist es, wenn Menschen sich als Brüder erkennen und lieben."

1933 begann die systematische Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung auch in Frankenthal. Viele konnten rechtzeitig flüchten. Die meisten, die in Deutschland blieben, wurden später in den Vernichtungslagern ermordet. Mit der Deportation der 39 noch in Frankenthal lebenden Kinder, Frauen und Männer am 22. Oktober 1940 nach Gurs in Südwestfrankreich endete die Geschichte der Jüdischen Gemeinde Frankenthals. Heute leben wieder Menschen jüdischen Glaubens aus der ehemaligen Sowjetunion in Frankenthal. Sie beteiligen sich am Leben der Jüdischen Kultusgemeinde Rheinpfalz und besuchen die Synagoge in Ludwigshafen.

Am 10. März 2015, 19 Uhr, informiert Pfarrer Helmut Foth in einem VHS-Vortrag über "Luther und die Juden". VHS-Bildungszentrum Frankenthal, Schlossergasse 8 – 10, Eintritt frei.


Foto: Helmut Foth

Mit dem Reformationsjubiläum 2017 erinnert die Evangelische Kirche an das Leben und Wirken Martin Luthers vor 500 Jahren. Seine Haltung gegenüber den Juden ist auch heute noch Anlass für Interpretationen und Diskussionen.

Helmut Foth war viele Jahre Religionslehrer im Albert-Einstein-Gymnasium in Frankenthal und ist Mitglied des Fördervereins.

Internet:

http://www.juden-in-frankenthal.de
http://gcjz-rhein-neckar.de  (Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Rhein-Neckar)





Foto: Ein Brief vom Juli 1785 von der Jüdischen Gemeinde an die Stadtverwaltung Frankenthal deutet darauf hin, dass um 1785 die Gemeinde gegründet wurde.


Förderverein
Herbert Baum
Neugasse 36
67227 Frankenthal
Telefon (06233) 69662
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