Kinder und Frauen auf der Flucht vor dem Nationalsozialismus

Historischer Vortrag von Hans Berkessel mit anschließender Lesung aus dem Essay „Kinder und Frauen in der Emigration“ von Anna Seghers durch Schülerinnen und Schüler der IGS Anna Seghers Mainz unter der Leitung von Christina Schreiber

im Rahmenprogramm zur Fotoausstellung Sie wohnten nebenan – im Nationalsozialismus verfolgte jüdische Mainzerinnen“ im Rathaus der Stadt Mainz

Zeit:

Dienstag, 3. Februar 2015, 18.30 Uhr

Ort:

Rathaus der Stadt Mainz, Erfurter Zimmer

Nach einer historischen Einführung in die verschiedenen Phasen, Gruppen und Orte des Exils soll der Fokus auf die Situation von Kindern und Frauen gerichtet und am Beispiel der Schriftstellerin Anna Seghers ein Einblick in den Alltag des Exillebens in Frankreich vermittelt werden.

Anna Seghers floh zunächst nach Frankreich. Mit Hilfe ihrer Eltern gelang es ihr die Kinder Peter und Ruth im Juni 1933 nachkommen zu lassen:

„Wir haben die Kinder von der Grenze abgeholt. Wie Verrückte haben sie sich in unsere Arme geworfen, dort verharrten sie dann unbeweglich. Völlige, unendliche Sicherheit bei diesen unsteten Wesen, ihren Eltern, die doch selbst zu den Obdachlosesten dieser Welt zählten, selbst von allen Stürmen hin- und hergeworfen wurden.“

Ihre Sorgen um die Sicherheit und die weitere Entwicklung ihrer Kinder formuliert die Schriftstellerin immer wieder in Briefen; in einem über die persönliche Ebene weit hinausgehenden Essay „Kinder und Frauen in der Emigration“ stellt sie grundsätzlichere Überlegungen zur Ungewissheit des Lebens im Exil an, die für die Kinder eine große Belastung darstellten.

Veranstaltende: Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V. in Kooperation mit der Stadt Mainz/Frauenbüro und der Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e. V.