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PostHeaderIcon Archiv 2014 / 2013

Pfalzklinikum zeigt Gast-Ausstellung zu Verbrechen an Kindern in der NS-Zeit

Klingenmünster. "Im Gedenken der Kinder. Die Kinderärzte und die Verbrechen an Kindern in der NS-Zeit" heißt eine Gast-Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), die am 27. Januar im Dokumentationszentrum des Pfalzklinikums eröffnet wird. An der Eröffnung werden auch DGKJ-Mitglieder teilnehmen. Eine Grußbotschaft des Ausstellungskurators, Privatdozent Dr. Thomas Beddies, wird im Namender DGKJ verlesen. Aus Platzgründen ist für die Vernissage eine telefonische Anmeldung erforderlich. Ab 29. Januar ist die Ausstellung für alle Interessierten zugänglich.
Pfalzklinikum-Geschäftsführer Paul Bomke ruft die Menschen der Region dazu auf, am 27. Januar um 14 Uhr an der Gedenkstätte auf dem Friedhof des Pfalzklinikums der Opfer der NS-Psychiatrie zu gedenken. An der Kranzniederlegung nehmen auch Manfred Petry, Vorsitzender des Beirats für Gedenkarbeit beim Bezirksverband Pfalz, Franz-Josef Wagner, Vorsitzender des Landesverbands der Psychiatrieerfahrenen, sowie Landrätin Theresia Riedmaier teil.
Anschließend findet in der Kirche des Pfalzklinikums ein Gottesdienst statt. Pfarrer Joachim Geiling vom ökumenischen Team der Klinikseelsorge wird gemeinsam mit jungen Patienten eine Brücke aus der Vergangenheit ins Heute und in die Zukunft schlagen. Musikalisch wird sich neben der Organistin Ortrud Barthels auch die ST-Band einbringen. Die Musiker kommen aus dem Pfalzinstitut - Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik
und Psychotherapie des Pfalzklinikums.
Im Anschluss wird die Ausstellung zu Krankenmorden an Kindern und Jugendlichen eröffnet. Danach können sich die Besucher über ihre Eindrücke austauschen.

Zur Ausstellung:
Etwa 10.000 Kinder fielen während des Nationalsozialismus Tötungsaktionen zum Opfer.
Erstmals wird die erschütternde Exposition zu den Krankenmorden in einem Krankenhaus gezeigt, bisher war sie vor allem in musealen und kulturellen Einrichtungen zu sehen.
Die Ausstellung ist ein Ergebnis der Auseinandersetzung von Kinder- und Jugendmedizinern mit dem menschenverachtenden Wirken ihrer Berufskollegen während der NS-Zeit. 2010 wurde sie in Potsdam zum ersten Mal gezeigt, anschließend im Berliner Dokumentationszentrum "Topographie des Terrors". Bevor das möglich wurde, hatte die historische Kommission der DGKJ umfangreich recherchiert. An der wissenschaftlichen Aufarbeitung der so genannten Kinder-"Euthanasie" waren auch Dr. Maike Rotzoll vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin an der Universität Heidelberg sowie der Leiter der Gedenkstätte Hadamar, Privatdozent Dr. Georg Lilienthal, beteiligt. Beide gehören dem Ausschuss für Gedenkarbeit des Pfalzklinikums an.
In der Ausstellung findet sich zwar kein Hinweis auf Tötungen von Kindern in der "Heil- und Pflegeanstalt" Klingenmünster, wo insgesamt etwa 2000 Opfer der NS-Psychiatrie beklagt werden. Aber auch pfälzische Kinder und Jugendliche, die als körperlich und/oder geistig schwer behindert galten, gehören zu den Opfern. Sie wurden in eine der 36 bis jetzt bekannten "Kinderfachabteilungen" gebracht, die der Forschung an jungen Menschen
dienten, um sie anschließend zu töten. Diese "Fachabteilungen" befanden sich zum Beispiel
in Eichberg/Eltville, Wiesloch oder Stuttgart.
Dr. Thomas Beddies, der ein Buch zur Ausstellung herausgegeben hat, schreibt im Flyer zur Exposition: "Die Ausstellung zeigt, dass es Ärztinnen und Ärzten bei der Tötung in der Regel nicht um die schmerzlose Beendigung individuellen Leidens ging, sondern entsprechend der nationalsozialistischen Rassenideologie um die 'Befreiung' des Allgemeinwesens von 'Ballastexistenzen', deren Leben nur dann verlängert wurde, wenn sie noch 'der Wissenschaft dienen' konnten. Dies geschah im Alltag, mitten in Deutschland, unter Beteiligung niedergelassener Ärzte und staatlicher Ämter, in Krankenhäusern und wissenschaftlichen Institutionen. "

Dr. Michael Brünger, Chefarzt des Pfalzinstituts und Geschäftsführendes Mitglied des Ausschusses für Gedenkarbeit des Pfalzklinikums, wird am 27. Januar in die Ausstellung einführen. Er wünscht der Ausstellung, die bis April gezeigt wird, viele interessierte Besucher. "Bilder und Texte zeigen die Opfer in Würde. Es sind die Lebensgeschichten der Kinder, die uns erschüttern", sagt Dr. Brünger. "Wir laden zur Auseinandersetzung mit einem bedrückenden Kapitel deutscher Geschichte ein. Damit wir den Verbrechen, die Kindern und Jugendlichen angetan wurden, nicht hilflos gegenüber stehen, wollen wir Zusammenhänge aufzeigen und gemeinsam nach Wegen suchen, wie wir heute in unserem Alltag ersten Anzeichen von Abwertung, Ausgrenzung und Entwürdigung anderer mutig entgegentreten können."
Damit greift er auch den Leitgedanken auf, den Landtagspräsident Joachim Mertes anlässlich des diesjährigen Holocaust-Gedenktages über die zentrale Veranstaltung in Mainz stellt: Heute denen helfen, die anderswo bedroht sind. Gleich mehrere Ausstellungen bietet das Land 2014 an, 75 Jahre nach dem Beginn der Verfolgung und der Rettungsversuche von jüdischen Kindern und Jugendlichen.

Die Ausstellung in Klingenmünster ist vom 29. Januar bis 25. April jeweils mittwochs von 15.00 bis 16.30 Uhr an jedem 2. Sonntag der Monate Februar, März und April (9.2., 9.3., 13.4.) von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Bei Interesse an einer Führung können Termine erfragt oder vereinbart werden. Für Kinder und Jugendliche bieten speziell geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter altersgerechte Einführungen in die Ausstellung an und stehen anschließend im Dokumentationszentrum als Ansprechpartner zur Verfügung.

Weitere Informationen zu den Inhalten der Ausstellung:

http://www.im-gedenken-der-kinder.de

Inhaltliche und organisatorische Informationen:

http://www.pfalzklinikum.de
http://www.ns-psychiatrie-pfalz.de
http://www.dgkj.de

Anmeldung und Terminvereinbarung für Führungen:

Pfalzklinikum, Sekretariat Gedenkarbeit
Rita Hunsicker
Telefon: 06349 900 1001

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Träger:
Pfalzklinikum fuer Psychiatrie und Neurologie,
(Anstalt des oeffentlichen Rechts),
Dienstleister fuer seelische Gesundheit
Weinstrasse 100
76889 Klingenmuenster
Geschaeftsfuehrer: Paul Bomke

Vorsitzender des Verwaltungsrates: Theo Wieder

Flyer HIER downloaden

 


 


 

„Flucht ins Paradies oder Lampedusa - selbstverständliche Normalität?

17. Januar 2014 19:30 Uhr, ehemalige Synagoge Deidesheim.

Wie steht es um die Frage: Ist das Boot voll? Was geht das uns an?

Wir laden Sie herzlich ein zum Hören, Diskutieren und Tun.
Wir freuen uns auf Ihr  Kommen:

Freundeskreis ehemalige Deidesheimer Synagoge e.V.

1.Vorsitzender:
Dr.Franz-­Josef Ratter,
Weinstr.3i,
67146 Deidesheim,
Tel.:06326-­‐7318,
Email: dr-­ Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

Vollständige Infos und Flyer HIER herunterladen

 

 


 

Ausstellung des Fördervereins Mahnmal zum 27. Januar 2014


Wie jedes Jahr zeigt der Förderverein Mahnmal Koblenz auch zum nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus 2014 eine Ausstellung. Im Mittelpuinkt der diesjährigen Aktivitäten stehen die Biografien von Kindern und Jugendlichen, die Opfer des Nationalsozialismus geworden waren. Gezeigt werden ca. 20 Biografien unter dem Titel "Rosen auf den Weg gestreut und des Harms vergessen! Eine kurze Spanne Zeit ist uns zugemessen." -  Alle Porträts hat der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Joachim Hennig recherchiert und erarbeitet.  Die Eröffnung der Ausstellung ist am Donnerstag, dem 16. Januar 2014, um 18.30 Uhr im Bischöflichen Cusanus-Gymnasium Koblenz. Dort wird sie anschließend bis zum 7. Februar 2014 präsentiert. Ergänzt wird durch die Ausstellung durch zwei weitere Veranstaltungen:

Freitag, 31. Januar 2014, 19.00 Uhr: Vortrag von Joachim Hennig: "Die Verfolgung deutscher und ausländischer Kinder und Jugendlicher in Koblenz und Umgebung" und
Donnerstag, 6. Februar 2014, 19.00 Uhr: Zeitzeugengespräch mit Werner Appel: "Jüdisches Leben und Überleben in Koblenz 1933 - 1945".
jeweils im Bischöflichen Cusanus-Gymnasium Koblenz.
Näheres ist der folgenden Einladung zu entnehmen. Jeder ist herzlich eingeladen.

 

Die Einladung kann HIER herunter geladen werden

 

 


 

Erinnern – Gedenken - Mahnen - Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus

Zeit:

Montag, 27. Januar 2014, 18.00 Uhr

Ort:

Stiftskirche, Neustadt/Weinstraße

Die Gedenkfeier wird gestaltet von Schülerinnen und Schülern Neustadter Schulen unter Mitwirkung von Oberbürgermeister Hans Georg Löffler. Im Zentrum der diesjährigen Gedenkfeier stehen die  im Nationalsozialismus verfolgten Sinti und Roma. Im Anschluss findet die Eröffnung der Ausstellung „Die Überlebenden sind die Ausnahme“ statt.

Weitere Informationen:

Eberhard Dittus, Tel. (0 63 21) 39 89 34, Mobil: 0175-8216661

Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. ,

www.gedenkstaette-neustadt.de

AUSSTELLUNG

Die Überlebenden sind die Ausnahme. Der Völkermord an den Sinti und Roma

Ausstellungseröffnung:

Montag, 27. Januar 2014, im Anschluss an die Gedenkfeier

Ausstellungsdauer:

Montag, 27. Januar bis Sonntag, 9. Februar 2014

Öffnungszeiten:

montags bis samstags von 10 bis 15 Uhr

sonntags von 11 bis 13 Uhr

Ort:

Stiftskirche, Neustadt/Weinstraße

Die Überlebenden sind die Ausnahme. Der Völkermord an den Sinti und Roma

 

Die deutschen Sinti und Roma sind eine alteingesessene nationale Minderheit. Als Nachbarn und Arbeitskollegen waren sie in das gesellschaftliche Leben und in die lokalen Zusammenhänge integriert. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde diese Normalität des Zusammenlebens systematisch zerstört. Die Ausstellung dokumentiert den Völkermord an der Minderheit der Sinti und Roma während des Nationalsozialismus. Ausgehend von dem in der Pfalz festzumachenden historischen Geschehen stehen die Berichte der Überlebenden im Mittelpunkt. Über 500.000 Sinti und Roma wurden im nationalsozialistisch besetzten Europa ermordet.

Für Schulen und Gruppen werden auch außerhalb der Öffnungszeiten Führungen sowie Gespräche zur aktuellen Lebenssituation der Minderheit angeboten. Bitte wenden Sie sich an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. oder Mobil: 0175-8216661

Film und Gespräch

GIBSY – Die Geschichte des Boxers Johann Rukeli Trollmann

Ein Film von Eike Besuden mit Hannes Wegener und Hannelore Elsner

Mittwoch, 29. Januar 2014, 19.00 Uhr

Stiftskirche, Neustadt/Weinstraße

 


„Gibsy“ erzählt die Geschichte des Boxers, der sensationell die Deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht 1933 gewinnt und dem, weil er „Zigeuner“ ist, die Meisterschaft wieder aberkannt wird. Trollmann weiß, dass er als Profiboxer und Sinto keine Chance mehr hat im nationalsozialistischen Deutschland. Aus Protest geht er als Karikatur eines Ariers in den nächsten Kampf mit weiß gepuderter Haut und hellen Haaren - eine dramatische Entscheidung. Und auch diesen Kampf hätte er gewonnen, hätte der Ringrichter fair entschieden. Die Maxime der Zeit heißt aber: Ein „Zigeuner“ im Ring darf nur verlieren!

Als Wehrmachtssoldat ist er zwei Jahre im Krieg, wird verwundet und als er gerade wieder ein paar Monate in Hannover ist, wird er verhaftet und ins KZ Neuengamme gebracht. In Neuengamme wird er gezwungen, der SS-Mannschaft das Boxen beizubringen. Dabei ist es stets Rukeli Trollmann, der am Ende verliert und am Boden liegt. Als er geschwächt und dem Ende nahe ist, rettet ihm der illegale Häftlingsrat des KZs das Leben, indem sie ihn mit einer Leiche vertauschen, als verstorben melden und mit einer neuen Identität ins Außenlager nach Wittenberge bringen. Hier lebt Trollmann noch ein weiteres Jahr bis er auch hier von einem Kapo herausgefordert wird, ihn K.o. schlägt und am nächsten Tag, aus Rache für die Niederlage, von demselben Kapo mit einem Knüppel erschlagen wird.

Lesung und Gespräch mit dem Autor Michail Krausnick

Sinti- und Roma-Kinder im Nationalsozialismus - Die Geschichten von Robert und Anna aus Pirmasens, Else aus Hamburg und den Mulfinger Sinti-Kindern

Montag, 3. Februar 2014, 19.00 Uhr

Stadtbücherei, Marstall 1, Im Klemmhof, 67433 Neustadt an der Weinstraße

Anna und Robert lebten sieben Jahre lang im Pirmasenser Nardinihaus. Im Frühjahr 1943 wurden sie aus rassischen Gründen in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Robert schrieb von dem Transport eine Karte mit der er sich verabschiedete: „Auf Wiedersehen im Himmel!“. Else wurde ihren Hamburger Pflegeeltern entrissen und ebenfalls nach Auschwitz verschleppt. Als "Zigeunerkind" erfasst und abgestempelt, ist sie der Rassenpolitik der Nationalsozialisten schutzlos ausgeliefert. Nur dem couragierten Kampf ihres Pflegevaters Emil Matulat ist es zu verdanken, dass Else der Mordmaschinerie im letzten Moment entkommen kann. An den 39 Sinti-Kindern in der St. Josefspflege in Mulfingen wurden pseudowissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt, bevor sie nach Auschwitz gebracht wurden. Nur vier der 39 Kinder überlebten.

Michail Krausnick stellt sich als Autor auch von Kinderbüchern dem schwierigen Thema seit vielen Jahren. Er spricht auch über sein Verständnis, wie viel Informationen man Kindern zumuten kann und muss.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen und zur Ausstellung ist frei

Veranstaltende: Stadt Neustadt an der Weinstraße, Evangelische und Katholische Kirchen,

Förderverein Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt, Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Rheinland-Pfalz

 

 


 

Angebot für Einsatzstellen von der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste für 2014

Gemeinsam Geschichte(n) erleben - mit Herz und Händen Gutes tun in internationalen ASF-Sommerlagern


Die Sommerlager sind 14-tägige Projekte, bei denen ca. 12-15 Menschen unterschiedlichen Alters zusammenkommen, um gemeinsam ein gemeinnütziges Projekt, den Erhalt eines Erinnerungsortes, eine Jugendbegegnung, eine jüdische (oder andere) Gemeinschaften mit praktischen Arbeiten zu unterstützen. Diese Arbeiten geschehen im Verständnis der ASF, um ein Zeichen der Sühne zu setzen (Sühne wird als Zeichen des Willens zur Umkehr verstanden. Sie sind daher für die Sommerlagerarbeit recht zentral. Natürlich kann es auch ein Begegnungsprojekt ohne Arbeitselement geben, aber das ist eher die Ausnahme und in solchen Fällen greifen wir zu "Ausstellungen", "Übersetzungsarbeiten" oder aber anderen Projekten wie "musikalische Reisen", Theaterperformances etc.

Die Sommerlager sind low-budget-projekte, da neben den Geldern, bspw. aus dem EU-Citizenship-Topf, auch Spendengelder zur Re-Finanzierung genutzt werden und wir hier ein hohes Maß an Sorgsamkeit und Sparsamkeit an den Tag legen. Die Gruppen sind angehalten, in einfachen Unterkünften unterzukommen, das kann von Zelten, Unterbringung in einer Turnhalle bis zu einem Hostel alles sein, aber vor allem auch, selbst zu kochen, weil das erheblich die Kosten gegenüber Catering und/oder Restaurantbesuchen minimiert. Für die Programmgestaltung sind der Projektpartner und die Teamer/innen, also die Leitung des Sommerlagers, verantwortlich. Wir verstehen die ehrenamtlichen Teamer/innen nicht als "ausführende", sondern gestaltende Persönlichkeiten, die ein Projekt leiten/formen, die Teilnehmenden einbeziehen und sowohl die thematische als auch die praktische Arbeit im Blick haben. Aber auch das variiert: Klassischerweise übernehmen an den deutschen Gedenkstätten oft die Pädagogen der Gedenkstätten die inhaltliche Arbeit, an anderen Orten gestalten unsere Teamer/innen Workshop-Einheiten zu den Themen "Erinnerungskulturen" oder "Ausgrenzung von sozialen Minderheiten" oder, oder, oder ... selbst. Was die Umsetzung der praktischen Arbeit anbelangt, so sind wir hier meistens auf den Partner angewiesen, das heißt, er leitet diese Arbeiten an. Gut verdeutlichen lässt sich das an einem jüdischen Friedhof: Hier gibt es meistens von der jüdischen Gemeinde jemanden, der beauftragt ist, der Gruppe ein Arbeitsfeld zuzuweisen, Geräte (Werkzeuge) bereitzustellen und zu sagen, wohin, zum Beispiel, das gemähte Gras gebracht werden soll. Nicht anders ist es bei Renovierungsmaßnahmen, auch da braucht die Gruppe einen Ansprechpartner. Die auszuführenden Arbeiten werden im Vorfeld zwischen Teamer/innen und dem Projektpartner besprochen und geplant. ASF ist insofern involviert, als dass es auch hier immer die Finanzfrage zu klären gibt. Wir hatten vor kurzem eine Anfrage aus Griechenland: Jemand wollte im Wert von 500.000 Euro Arbeiten ausgeführt haben. ASF kann mit kleinen und symbolischen Begegnungsprogrammen dabei helfen, die Arbeiten auszuführen, aber über dieses Budget verfügt die Organisation nicht.

Die Anbahnung eines Projektes beginnt im Herbst des Vorjahres und geschieht in Absprache zwischen dem Büro für Sommerlagerarbeit (mir) und dem Partner vor Ort. Die ersten Schritte sind immer die Klärung der Arbeit, des thematischen Inhalts (der in St. Anna klar auf der Hand liegt), der Unterkunft und des Ansprechpartners für die Arbeiten sowie der zu erwartenden Kosten und natürlich der Durchführungszeitraum des Projekts.

Im Dezember sucht ASF in freier Ausschreibung Teamer/innen für die Durchführung des Projektes und qualifiziert sie im Rahmen eines Vorbereitungsseminars im März. Die Ausschreibung und Anmeldephase für die Teilnehmenden, die ebenfalls zumeist in offener Suche gefunden werden, beginnt Ende März/Anfang April. Bei der Anmeldung nutzen die Teilnehmerinnen eine Online-Maske (siehe www.asf-ev.de/sommerlager), in die sie u.a. eingeben, warum sie an dem Projekt teilnehmen wollen. Die Bearbeitung der Anmeldungen/Bewerbungen liegt bei mir und ich versuche, eine möglichst heterogene Gruppe zusammenzustellen. Bei Projekten, die sich besonders großer Beliebtheit erfreuen, muss u.U. mit einer Warteliste oder einem zusätzlichen Motivationsschreiben gearbeitet werden (das ist zum Beispiel bei dem deutsch-israelischen Sommerlager der Fall).

Alle Teilnehmenden zahlen einen Beitrag zur anteiligen Deckung der Projektkosten auf das ASF-Konto. Im weiteren Verlauf haben die Teamer/innen einen Großteil der Kommunikation in der Hand: Dazu zählt die Begrüßung der Teilnehmenden, Hilfestellung bei der An- und Abreise (obwohl die Teilnehmenden grundsätzlich selbst für ihre An- und Abreise zahlen und diese auch selbst recherchieren) sowie Infos zum Land und zum Projekt etc. Um Visa-Fragen, sollten diese anfallen, kümmert sich das ASF-Büro in Kooperation mit dem lokalen Projektpartner, bei Projekten in Deutschland kann das ASF-Büro die Einladungen ausstellen. Vor allem aber sind die Teamer/innen angehalten, die Teilnehmerinnen aktiv in die Gestaltung des Projektes einzubinden: Welche Ideen haben sie? Welche Materialien, Kochrezepte, Lieder, Themen möchten sie in das gemeinsame Projekt einbringen?

Das Team steht auch während der Durchführung in engem Kontakt mit dem Berliner Büro, wenngleich das natürlich die Zeit ist, zu der am meisten der Projektpartner vor Ort gefragt ist, bei der Betreuung der Arbeiten, aber auch möglicherweise als Ansprechpartnerin für Exkursionen, Gesprächsnachmittage, Tipps zu allen möglichen Themen.

Alle Teilnehmenden erhalten eine Teilnahmebescheinigung von ASF. Die Teamerinnen, die für die unmittelbaren Ausgaben vor Ort, einen Finanzvorschuss von ASF erhalten, rechnen dieses gegenüber dem ASF-Büro ab. Ebenfalls sehr wichtig ist der Bericht, den sie über das Projekt in unterschiedlicher Ausführlichkeit schreiben und den wir in die weitere Arbeit möglichst einfließen lassen wollen.

Am Ende des Sommerlager-Turnus, an dem ca. 20-25 Projekte teilhaben, steht das Nachbereitungs- und Evaluationsseminar, an dem ebenfalls alle Teamer/innen teilnehmen und wir das Programm gemeinsam auswerten. Dem schließt sich die Phase der Neuplanung des Sommerlagerprogramms für das kommende Jahr an.
Neben den genannten Dingen kümmert sich das ASF-Büro um Öffentlichkeitsarbeit (gemeinsam mit dem Partner und den Teamer/innen), um die Versicherung der Teilnehmenden, um Vernetzung von Projektpartnerinnen und natürlich um den Rechenschaftsbericht gegenüber dem Zuwendungsgeber für das Projekt, im geplanten Fall gegenüber der EU, aber das können auch andere Zuwendungsgeber sein wie Stiftungen.

Interessierte Vereine oder Projekte können sich bei Interesse an der Durchführung eines Sommerlagers wenden an:

 

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.

Infobüro

Frau Christine Bischatka

Auguststr.80

10117 Berlin

Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

oder an:

Herrn

Rudolf Grimm

Villenpromenade 10

56130 Bad Ems

Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

 

 


 
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