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PostHeaderIcon Archiv 2010-08

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Zum Europäischen Tag der Jüdischen Kultur:

-Kostenpflichtige Veranstaltung-

Doppelkonzert mit Max Simon und Celina Schann (kostenpflichtig)
Felix Mendelssohn Bartholdy - Konzert für Violine und Streicher - d-Moll op. posth.
Karl Amadeus Hartmann: Concerto funebre für Violine und Streichorchester
Pause
Felix Mendelssohn Bartholdy - Sinfonie Nr. 10 h-Moll (aus den Jugendsinfonien)
Johann Sebastian Bach - Doppelviolinkonzert BWV 1043

Mitwirkende:
Celina Schann - Violine
Max Simon - Violine
Folkwang Kammerorchester Essen

Dirigent: Bernhard Steiner

Am 08. September 2009

Beginn : 20.00 Uhr
Koblenz, Rhein-Mosel-Halle
Kartenverkauf bei Koblenz Touristik oder Internet: http:// www.koblenzticket.de

Veranstalter:
Koblenzer Mendelssohn - Tage  
Herr Courbier Tel.: 0261 9637565  Fax.: 0261 66339
Freundschaftskreis Koblenz - Petah Tikva e.V.
Frau Doris Leber Tel.: 0261 73728
Dietrich W. Röllinghoff Tel.: 0261 9823982


 

Studienfahrt „Metz und Lothringen unter deutscher Besatzung 1940 -1944“

Das Referat Gedenkarbeit der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz bietet eine Studienfahrt nach Metz zum Thema „Metz und Lothringen unter deutscher Besatzung 1940 – 1944“ an, die in Kooperation mit dem Freundeskreis der ehemaligen Deportierten des Forts Queuleu ausgerichtet werden wird. Der Studientag in der lothringischen Metropole wird am Dienstag, den 25. August 2009 durchgeführt. Teilnehmen können alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, das Angebot richtet sich aber auch besonders an Pädagoginnen und Pädagogen der Gedenk- und politischen Bildungsarbeit, sowie an Politikerinnen und Politiker, die in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Frankreich, Belgien und Luxemburg engagiert sind.

Eine über die Grenzen Lothringens kaum bekannt gewordene, besondere Haft- und Mordstätte der deutschen, nationalsozialistischen Besatzungsmacht befand sich in Metz, in dem 1940 faktisch vom Deutschen Reich annektierten Teil Lothringens. Dem Sonderlager Feste Goeben in Metz ist bislang von deutscher Seite kaum Beachtung geschenkt worden. Dazu beigetragen hat der aus heutiger Sicht skandalöse Umgang der deutschen Justiz mit dem Kommandanten und anderen Verantwortlichen dieses Lagers in den 1960er Jahren in der Bundesrepublik. Dass es am Ort des ehemaligen Lagers, im Fort Queuleu in Metz eine seit 1977 bestehende Gedenkstätte gibt, ist ebenfalls wenig bekannt.

Diese Gedenkstätte ist das erste und das Haupt-Ziel dieser Studienfahrt. Vertreter des Freundeskreises der Gedenkstätte werden über die Geschichte dieses Lagers informieren und zeigen, unter welchen für NS-Lager eher untypischen Bedingungen die Häftlinge darin entwürdigt und misshandelt wurden. Das Sonderlager, das von Oktober 1943 bis zum 17. August 1944 bestand, kostete 36 französisch-lothringische Widerstandskämpfer das Leben. An der Einrichtung des Lagers war Josef Bürckel, Gauleiter des Gaus Westmark maßgeblich beteiligt. Das Lager wirft ein bezeichnendes Licht auf seine Herrschaft im Bereich Pfalz-Saar-Lothringen. Bei dem Besuch in der Gedenkstätte ist auch die Teilnahme eines ehemaligen Häftlings vorgesehen.

Nach dem Mittagessen an einem ebenfalls von der NS-Herrschaft requirierten Ort wird es ein Gespräch mit vor Ort in der Gedenkarbeit engagierten Personen und Institutionen geben, um zu erfahren, wie im Département Moselle an den Zweiten Weltkrieg und die de-facto Annexion an das Deutsche Reich erinnert wird. Hierzu wird auch der Direktor des Departements vom Office National des Anciens Combattants als Gesprächspartner zur Verfügung stehen.

Nach dem Gespräch wird die Reisegruppe zum Denkmal für die Kriegstoten gebracht, das während der NS-Zeit von deutscher Seite für eigene Zwecke in Beschlag genommen worden war. Außerdem ist ein Besuch im Quartier Impérial vorgesehen, das in der Zeit des Kaiserreiches erbaut worden war.

Die Studienfahrt wird von einem von der Landeszentrale für politische Bildung engagierten Dolmetscher begleitet. So können auch interessierte Personen an der Fahrt teilnehmen, die nicht über französische Sprachkenntnisse verfügen.

Die Studienfahrt ist als Busreise mit mehreren Zustiegsmöglichkeiten angelegt. Die Teilnahmegebühr beträgt unabhängig vom Zustiegsort 25,- EUR, bei eigener Anreise zum Fort de Queuleu in Metz (diese muss vorab angemeldet werden) beträgt die Teilnahmegebühr 15,- EUR. Nach erfolgter Anmeldung erhalten die Teilnehmenden nähere Informationen zu den Bushaltepunkten und zu der Bankverbindung, auf das die Teilnahmegebühr bis zum 17. August 2009 zu überweisen ist.

Schriftliche Anmeldung (per Brief, Fax 06242 910820 oder E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. ) bis spätestens 22. Juli 2009 an das NS-Dokumentationszentrum in der Gedenkstätte KZ Osthofen, Ziegelhüttenweg 38, 67574 Osthofen erforderlich. Auch wenn die Fahrt im Sommer stattfinden wird, ist für den Besuch in der Gedenkstätte festes Schuhwerk und zusätzliche Kleidung, wie z.B. eine Jacke, erforderlich. In den Räumen des ehemaligen Lagers in der alten Festungsanlage liegen die Temperaturen nur wenig über 10 Grad. Beim Abstieg in die Gedenkstätte sind ca. 30 Stufen einer steilen Treppe zu begehen. Über einen behindertengerechten Eingang verfügt diese Gedenkstätte nicht.

Für Rückfragen zu dieser Studientour wenden Sie sich bitte an das NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz in der Gedenkstätte KZ Osthofen, an Herrn Uwe Bader oder Herrn Dr. Albrecht Gill, die die Fahrt leiten werden.

Vorläufiges Programm:
Studienfahrt „Metz und Lothringen unter deutscher Besatzung 1940 -1944“ am Dienstag, den 25. August 2009

  • 07.15  Abfahrt ab Worms Hbf
  • 07.45  Abfahrt ab Ludwigshafen Hbf
  • 08.30  Abfahrt ab Kaiserslautern – Parkplatz bei Möbel Martin an der A 6
  • 09.30  Abfahrt ab Saarbrücken Hbf
  • 11:00  Ankunft in Metz am Fort de Queuleu (in der Festung befindet sich die Gedenkstätte zum Sonderlager Feste Goeben Metz   1943/44), anschl. Führung und Besichtigungen in der Gedenkstätte
  • 12.30  Weiterfahrt in die Innenstadt von Metz, Gebäude ehem. Priesterseminar
  • 13:00  Mittagessen der Gruppe im Restaurant „Les Amis de Saint Louis
  • 14.30  Gesprächsrunde mit Vertretern des Freundeskreises und des ONAC (Office National des Anciens Combattants)
  • 15.30  Besuch am Monument aux Morts und im Quartier Impérial (aus der Zeit des Reichslandes Elsass-Lothringen 1871-19189
  • 18.00  spätestens Start zur Rückfahrt
  • 19.15  Stopp Saarbrücken Hbf.
  • 20.15  Stopp Kaiserslautern (Parkplatz bei Möbel Martin an A 6)
  • 21.00  Stopp Ludwigshafen Hbf.
  • 21.30  Ende der Tour in Worms Hbf.

Änderungen vorbehalten!

Einen Anmeldebogen zur Studienfahrt erhalten Sie HIER (PDF-Datei)

 


 

warum – marum

Ludwig Marum: Mensch-Politiker-Opfer


Vom 12. März bis 9. April ist im Foyer (2. Obergeschoss) des Frankenthaler Rathauses die Ausstellung „warum – marum. Ludwig Marum: Mensch-Politiker-Opfer“ zu sehen.

Ludwig Marum, der aus einer jüdischen Familie stammte, war Jurist und Sozialdemokrat und eines der ersten prominenten Opfer des nationalsozialistischen Terrors. Er wurde 1882 in Frankenthal geboren und wuchs in der ehemaligen Färbergasse, westlich der Willy-Brandt-Anlage, auf. Heute erinnert dort ein „Stolperstein“" an ihn. Seine Familie betrieb ein bekanntes Eisenwarengeschäft. Der Grabstein seines Vaters Carl ist noch auf dem jüdischen Friedhof erhalten.

Ludwig Marum wurde am 5. November 1882 geboren. Da sein Vater bereits 1889 an den Folgen einer Kriegsverletzung starb, zog die Mutter mit den Kindern zu Verwandten nach Bruchsal. Marum trat 1904 in die SPD ein und ließ sich 1908 als Rechtsanwalt in Karlsruhe nieder. 1910 wurde er Vorsitzender des Badischen Arbeitersängerbundes und war von 1911 bis 1921 als Stadtverordneter im Gemeinderat der Stadt Karlsruhe tätig. Von 1914 bis 1928 war Marum Abgeordneter der SPD im Badischen Landtag. Als er 1928 die badische Landespolitik verließ, um als Abgeordneter in den Reichstag einzuziehen, stand Ludwig Marum auf dem Höhepunkt seiner beruflichen Laufbahn. Als Vorsitzender des Strafrechtsschuss des Reichstags war er immer wieder den Anfeindungen der Nazis, denen er als Jude - tatsächlich gehörte er der Freireligiösen Gemeinde an - und Sozialdemokrat doppelt verhasst war, ausgeliefert. In einer Rede im März 1933 in Freiburg verurteilte er scharf das Regierungsprogramm der NSDAP. Nicht zuletzt deshalb wurde Marum bereits am 10. März unter Missachtung seiner parlamentarischen Immunität verhaftet und in Karlsruhe inhaftiert. Mit der offiziellen Begründung der „Schutzhaft“ wurde er zuerst zwei Monate hier festgehalten. Danach kam er in das Konzentrationslager Kislau in der Nähe von Bruchsal
und wurde dort im März 1934 ermordet.

Die Ausstellung zeichnet auf 26 Tafeln seinen beruflichen und politischen Werdegang nach. Sie dokumentiert sein Engagement im badischen Landtag ebenso wie seinen Einsatz für die demokratische Republik während der Novemberrevolution von 1918/19, seine Arbeit im Reichstag in Berlin, seinen Kampf gegen den Nationalsozialismus und sein Leiden im KZ. Den Abschluss bilden Informationen über den Prozess gegen die Mörder nach dem Krieg und die politische Gedenkarbeit der letzten Jahre.

Die Ausstellung wurde vom Forum Ludwig Marum in Karlsruhe zusammengestellt.
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag von 9 bis 18 Uhr, Freitag von 9 bis 12 Uhr.
Der Eintritt ist frei.

 

 

 


 

Anfang März 2009 beginnt der „Zug der Erinnerung“ eine weitere Fahrt durch Deutschland. Sie beginnt in Bonn;
die zweite Station ist vom 6. bis 8. März Koblenz.

Der Zug erinnert an die Schicksale der Kinder und Jugendlichen, die während der Zeit des Nationalsozialismus in die Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert und ermordet wurden. Für Deutschland konnten bisher mehr als 12.000 Namen ermittelt werden, insgesamt waren es ungefähr 1,5 Millionen junge Menschen. Der Zug der Erinnerung will dieser vielen namenlosen Opfer des Nazis gedenken und nach ihren Spuren suchen – in ihren Heimatstädten.

Eine Dampflok zieht die Waggons mit der Ausstellung durch viele Städte. Die Stationen in Rheinland-Pfalz sind: Koblenz, Mainz, Worms, Ludwigshafen und Speyer. Dann fährt der Zug weiter durch Baden-Württemberg. Sein Ziel ist Ende Mai/Anfang Juni 2009 erreicht: Oswiecim-Auschwitz.

In der Ausstellung wird die Dimension der NS-Verbrechen deutlich gemacht. Schon im Eingangsbereich hängt eine Karte von Europa, die für die einzelnen Länder die Zahlen ihrer Opfer nennt.


 

In den einzelnen Abteilen des ersten Wagens werden Kinderschicksale dargestellt. Gezeigt werden Fotos, die aus Familienalben stammen könnten: Fröhliche Kinder lachen den Besucher an – doch ihr Leben wurde ausgelöscht. Zu sehen sind deutsche Kinder, aber auch Kinder aus europäischen Ländern: aus Holland, Italien, Griechenland, Norwegen und Polen. Vornehmlich sind es jüdische Kinder, aber auch Sinti- und Roma-Kinder und Opfer der „Euthanasie“-Verbrechen. Im zweiten Waggon wird der Besucher mit den Tätern konfrontiert.

Doch die Täter haben nicht das letzte Wort. Der allgemeine Teil der Ausstellung endet mit den Überlebenden dieses millionenfachen Mordes: den Menschen, die sich in die „Displaced Persons“ (DP)-Lager retteten und nach ihren noch lebenden Angehörigen suchten und die trotz aller Verfolgung, Schändung und Demütigung einen Neuanfang suchten und fanden.

In diesem Zusammenhang fragen Förderverein Mahnmal und Zug der Erinnerung - Veranstalter in einem Artikel der Rhein-Zeitung  vom 17. Februar 2009:

Wer erinnert sich noch an die deportierten Kinder? - HIER lesen , eine Namensliste der Vermissten ist aufgeführt


Ebenfalls im zweiten Waggon ist den jungen NS-Opfern aus Koblenz und Umgebung ein eigener Bereich gewidmet. Dort zeigt der Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. insgesamt 16 Schicksale von Kindern und Jugendlichen – Deutschen und Ausländern, Juden, Sinti und anderen Opfern. Dokumentiert werden (siehe auch HIER):


  • 01.    Heinz Kahn (jüdischer junger Mann aus Hermeskeil, lebt seit Jahrzehnten in Polch)
  • 02.    Daweli Reinhardt (Sinto-Kind aus Koblenz)
  • 03.    Gertrud Roos (junge Frau aus Bendorf)
  • 04.    Willi Lohner und Clemens Wagner (junge Katholiken aus Bell/Andernach)
  • 05.    Maria K. (Zwangssterilisierte junge Frau aus der Nähe von Ahrweiler)
  • 06.    Hannelore Hermann (jüdisches Mädchen aus Koblenz)
  • 07.    Hans Blumensatt (junger „Swinger“ aus Lahnstein)
  • 08.    Willy und Horst Strauß (Kinder eines Juden aus Bad Ems)
  • 09.    Roger Detournay (junger französischer Widerständler, war Häftling im KZ-Außenlager in Dernau/Ahr)
  • 10.    Eva Salier, geb. Hellendag (jüdisches Mädchen aus Koblenz-Horchheim)
  • 11.    Michael Böhmer (Sinto-Kind aus Koblenz)
  • 12.    Lydia Gritschenko (ukrainische Zwangsarbeiterin, lebte in Koblenz)
  • 13.    Alois Gass („Euthanasie“-Opfer aus Koblenz)
  • 14.    Edgar Lohner (Junge der „Bündischen Jugend“ aus Andernach/Bonn)
  • 15.    Warwara T. (ukrainische Zwangsarbeiterin, lebte in Koblenz)
  • 16.    Addi Bernd (jüdischer junger Mann aus Koblenz)

Außerdem gibt es vor Ort weitere Informationen durch „Lesemappen“ und durch eine Recherchestation.

Trotz aller Behinderungen, Schikanen durch die Deutsche Bahn AG und ihre Tochterunternehmen sowie empörend hohen Nutzungsentgelten, die die Bürgerinitiative „Zug der Erinnerung“ immer wieder erfahren muss, ist der „Zug der Erinnerung“ ein großer Erfolg. Auf seinen bisherigen Fahrten durch 70 deutsche Städte haben die Ausstellung über 240.000 Besucher, darunter mehrere zehntausend Schülerinnen und Schüler, gesehen.
In Koblenz trifft der Zug am Freitagmorgen, dem 6. März 2009, auf dem Hauptbahnhof in Koblenz ein. Dort wird er gegen  8.30 Uhr begrüßt. Die Einzelheiten stehen noch nicht fest, sie werden aber sobald wie möglich bekannt gegeben.
(Achtung die Begrüssung des Zuges wurde von 10.00 Uhr auf 8.30 Uhr vorverlegt)
Die Ausstellung ist dann am Freitag bis 19.00 Uhr geöffnet. Am Samstag und am Sonntag ist die Ausstellung von 8.00 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet.


Der Aufenthalt des Zuges der Erinnerung in Koblenz wird ermöglicht durch:
die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz,
den Deutschen Gewerkschaftsbund Region Koblenz,
den Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz und
die Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit Koblenz.

Unmittelbar vor dem Besuch der Ausstellung geben pädagogische Zugbegleiter etwa 15-minütige Einführungen. Auch für den regionalen Teil der Ausstellung stehen nach Möglichkeit Ansprechpartner bereit. Evtl. Nachbereitungen finden ebenfalls am Standort des Zuges statt. Insgesamt kann mit einer Besuchsdauer von ca. einer Stunde gerechnet werden.

Zur besseren Abstimmung sollten sich Schulklassen, Kurse und Gruppen für den Besuch der Ausstellung anmelden bei:
Thomas Preußer, Kultur- und Schulverwaltungsamt Koblenz, Rathaus, 56068 Koblenz.
Tel.: 0261/129-1904,; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.


Der Zug der Erinnerung will anregen, in den Städten und Regionen nach Lebenszeugnissen der Verfolgten und Ermordeten zu suchen, an Opfer der NS-Zeit zu erinnern und sie so dem Vergessen zu entreißen. Dabei drängen sich diese und andere Fragen auf: Welche Kinder und Jugendliche wurden aus unserer Stadt verfolgt, deportiert und ermordet? Gibt es noch Familienangehörige? Gibt es die Straße, das Haus heute noch? Gibt es noch Nachbarn, die sich an die Kinder und Jugendliche erinnern? Gibt es Fotos, Briefe, Gegenstände, die den ehemaligen Nachbarn gehörten? Welche Schulen haben die Kinder und Jugendlichen besucht? Gibt es diese Schule heute noch, wie heißt sie heute? Finden sich im Schularchiv Unterlagen, Schülerkarteikarten, Schülerakten, Zeugnisse? Welche Erinnerungen haben ehemalige Klassenkameraden?  

Die Ergebnisse der lokalen Spurensuche werden in der Gedenkstätte Auschwitz hinterlegt. Besonders engagierte Schülerinnen und Schüler können, als Anerkennung für ihre Arbeit, bei der letzten Etappe des Zuges der Erinnerung, die Ende Mai 2009 beginnt, bis nach Oswiecim-Auschwitz mitfahren.


Die Spurensuche kann dabei schon mit dem Beiprogramm beginnen. In Ergänzung der Ausstellung bietet der Förderverein Mahnmal Koblenz in Kooperation mit der
Christlich-Jüdischen Gesellschaft, dem
Landesfilmdienst Rheinland-Pfalz und der
Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz folgendes Begleitprogramm an:

Donnerstag, den 5. März 2009

Zeitzeugengespräch mit Herrn Dr. Heinz Kahn
Heinz Kahn ist der einzige seiner Familie, der den Holocaust überlebt hat. 1922 in Hermeskeil geboren, wurde    er schon in der Schule diskriminiert. 1936 musste er sie verlassen, damit sie „judenrein“ wurde. Anfang 1943 wurde er von Trier aus im Viehwaggon ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Auf der Selektionsrampe des Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau sah er seine Eltern und seine Schwester zum letzten Mal. Heinz kam zur Zwangsarbeit. Als die Nazis Auschwitz räumen mussten, verschleppten sie ihn ins KZ Buchenwald. Nach der Befreiung machte er sein Abitur nach, studierte Tiermedizin und ließ sich in Polch als Tierarzt nieder. Seit 1987 ist Dr. Heinz Kahn Vorsitzender der jüdischen Kultusgemeinde in Koblenz.


Freitag, den 6. März 2009:
Film: Das Heimweh des Walerjan Wrobel
Nach dem Überfall Hitler-Deutschlands auf Polen wird der 16 Jahre alte polnische Junge Walerjan Wrobel zur Zwangsarbeit in Deutschland bestimmt. Walerjan muss seine Familie und seine Heimat verlassen und kommt als Hilfsarbeiter auf einen Bauernhof in Bremen. Die Zwangsarbeit und die Trennung von Familie und Heimat setzen ihm sehr zu. Krank vor Heimweh legt er in einer Scheune Feuer. Dadurch hofft er, nach Polen zurückgeschickt zu werden. Stattdessen wird er festgenommen. Die Gestapo verschleppt ihn in das KZ Neuengamme bei Hamburg. Unterdessen macht man ihm den Prozess. Walerjan Wrobel wird vom Sondergericht Bremen zum Tode verurteilt und mit dem Fallbeil hingerichtet. – Der Film entstand nach dem gleichnamigen Roman von C.U. Schminck-Gustavus und wurde vielfach ausgezeichnet.


Samstag, den 7. März 2009:

Zeitzeugengespräch mit Herrn Werner Appel
Der heute 80-jährige Werner Appel ist ein waschechter Schängel. Als er 1928 in Koblenz zur Welt kam, lebte seine Familie schon länger in Koblenz; seine Eltern betrieben im Kastorhof eine Fremdenpension. Sein Vater, der Jude war und dem sich der kleine Werner schon früh anschloss, wurde von den Nazis drangsaliert, bis er 1936 starb. Zwei Jahre später musste Werner die Schule verlassen. Mit Tellerwaschen auf der „Köln-Düsseldorfer“ trug er zum Lebensunterhalt für seine Familie und sich selbst bei. Vor der drohenden Verfolgung nahm sich der Koblenzer Theo Ehrhardt seiner an. Werner zog mit den Schaustellern von Ort zu Ort wurde so vor der Entdeckung, der Deportation und dem sicheren Tod bewahrt


Diese Veranstaltungen des Begleitprogramms finden jeweils statt um 20.00 Uhr im Medienladen, Kurt-Esser-Haus (am Hauptbahnhof/Busbahnhof, Markenbildchenweg 38, in Koblenz, 2. Stock).

Die Veranstaltungen des Begleitprogramms setzen sich  am gleichen Ort am

Sonntag, dem 8. März 2009, wie folgt fort:

11.00 Uhr
Einführung und Lesung: „Daweli Reinhardt/Joachim Hennig: Hundert Jahre Musik der Reinhardts – Daweli erzählt sein Leben“ – mit Musik
Joachim Hennig, Mit-Autor der Biografie über den Koblenzer Sinto Daweli Reinhardt, berichtet von der Verfolgung der Sinti und liest aus seinem Buch. Dawelis Sohn Django erzählt von dem Leben der Koblenzer Sinti in den letzten Jahrzehnten. Dawelis Enkel begleiten die Veranstaltung mit Musik
.


13.00 Uhr
Film: Zeitzeugengespräch mit Dr. Heinz Kahn

15.00 Uhr
Film: Wenn die Berge reden könnten. Die Tunnelanlagen von Dernau.
Der Film begleitet den ehemaligen französischen Widerstandskämpfer Roger Detournay 60 Jahre danach zum Ort des früheren KZ-Außenlagers „Rebstock“ bei Dernau/Ahr.

17.00 Uhr
Film: Das Heimweh des Walerjan Wrobel

19.00 Uhr
Film: Zeitzeugengespräch mit Dr. Heinz Kahn

Alle Veranstaltungen sind kostenfrei

Diesen Veranstaltungshinweis können Sie HIER als grafikfreie PDF-Datei  herunterladen


Wichtig: Koblenzer Terminänderungen erfahren Sie  NUR AUF DIESER WEBSEITE.
Diese sind in der Regel rot markiert

 

Weiterführende Links:

Veranstalter: http://www.zug-der-erinnerung.eu/

Pressemeldung der Landesregierung Rheinland-Pfalz:
"Zug der Erinnerung" rollt durch Rheinland-Pfalz
Der "Zug der Erinnerung", eine rollende Wanderausstellung über die Deportationen von Kindern und Jugendlichen während der NS-Zeit, wird im März erstmals für längere Zeit an rheinland-pfälzischen Bahnhöfen halten. Auf ihrer zweiten großen Rundreise würden die von einer Dampflokomotive gezogenen Ausstellungswaggons an den Hauptbahnhöfen in Koblenz, Mainz, Worms, Ludwigshafen und Speyer halten, sagte Hans-Rüdiger Minow, Vorstandssprecher des Vereins "Zug der Erinnerung"... HIER weiterlesen


Presseartikel der Rhein-Zeitung vom 17. Februar 2009
HIER lesen


 

Ausstellung: JUDEN BEGEGNEN - Fragen und Antworten zum jüdischen Leben heute.


Wo? In der Synagoge am Schaarplatz  in 55430 Oberwesel

Wann? 16. Februar 2009 bis zum 16.Mai 2009.

Die Ausstellung ist als Basis zum Gespräch über das Judentum und die Juden aufgebaut.  Sie bietet den Besuchern, die heute selten gewordene Gelegenheit, in einem persönlichen Gespräch mit einem Juden direkte Antworten zu bekommen. So können Fragen zu der Geschichte der Juden vor Ort, zum jüdischen Glauben und den daraus resultierenden Praktiken und Gewohnheiten wie z. B. Essen, Kleidung  u. ä. geklärt werden. Genauso wie Fragen zur Bibel und zu jüdischen Festen. Aber auch aktuelle Fragen zu der Vielfalt des jüdischen Lebens, der jüdischen Kultur heute und des Antisemitismus können angesprochen und beantwortet werden.

Ein Teil der Präsentation bildet eine kleine Sammlung einfacher Kultgegenstände und  Gebetbücher aus privatem Besitz. Das Spektrum reicht von einem Gebetbuch für Feiertage aus Wilna – Litauen über ein Gebetbuch des aus Oberwesel stammenden und 1939 geflohenen Rabbiner Alfred Gottschalk bis zu fotokopierten Gebetbüchern, die heute im Gebrauch der jüdischen Gemeinden und Gruppen sind.  

Die Ausstellung ist in Zusammenhang mit dem 2006 aufgestellten Denkmal für die jüdischen Nachbarn zu sehen. Sie ist für Besucher aller Altersgruppen, die sich über das jüdische Leben heute und für die Vitalität des Judentums informieren wollen, eingerichtet. Damit unterscheidet sich die Ausstellung  Juden begegnen  von der  Mehrheit der Einrichtungen die sich auf die  toten Juden der Vergangenheit oder Juden als Opfer und Verfolgte konzentrieren. Die Ausstellung in Oberwesel will darauf hinweisen, dass das Judentum eine Basis nicht nur des Christentums, sondern auch der Werte Europas von heute darstellt.

Die Ausstellung ist auf Vereinbarung zu besichtigen. Telefon: 0170 180 36 85

Mit freundlichen Grüßen
Victor Sanovec

 

Feierstunde 20 Jahre  Förderverein Gedenkstätte KZ Hinzert e.V.


Datum: Freitag, 6. März 2009, 19.00 Uhr,

Ort: Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert.


Programm:

Begrüßung: Dieter Burgard MdL, Vorsitzender

Gesang: Sonja Gottlieb

Grußworte: Dr. Dieter Schiffmann, Landeszentrale für politische Bildung

Vortrag von Dr. Wolfgang Alt, Vorstellung der Schrift:
„Schweigen durchbrechen: 20 Jahre Förderverein Gedenkstätte KZ Hinzert 1989 – 2009“

Gesprächsrunde

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme, Dieter Burgard, MdL Vorsitzender

Die Schrift
„Schweigen durchbrechen: 20 Jahre Förderverein Gedenkstätte KZ Hinzert 1989 – 2009“ können Sie HIER als PDF-Datei herunterladen



 

Veranstaltung in der Gedenkstätte Hinzert:

Täter im „Dritten Reich“ (II) – Biografische Annäherungen an Männer aus der Region

Im zweiten Teil der Täter-Reihe (erster Teil am 18.11.2008) werden Leonhard Drach und Gustav Simon porträtiert. Drach war zur Zeit der deutschen Besatzung Luxemburgs Staatsanwalt beim dortigen Sondergericht. Als Vertreter der Anklage beim Standgericht, das aus Anlass des Generalstreiks gebildet worden war, wirkte er an den Todesurteilen für 20 Luxemburger mit. Sie wurden im KZ Hinzert vollstreckt. Drach wurde trotz Kenntnis dieser Umstände in den Justizdienst des Landes Rheinland-Pfalz übernommen, wo er zuletzt als Oberstaatsanwalt in Frankenthal tätig war.
Ebenfalls einen Bezug zu Hinzert hat der zweite NS-Täter: Gustav Simon. Simon gründete 1926 die Ortsgruppe der Nazi-Partei in Hermeskeil. Nach dem deutschen Überfall auf das Großherzogtum Luxemburg 1940 wurde Simon „Chef der Zivilverwaltung“ und damit verantwortlich für den mit Zwang und Terror durchgeführten Versuch der „Eindeutschung“ Luxemburgs. So war Simon auch  verantwortlich für die blutige Niederschlagung des Generalstreiks 1942. Das KZ Hinzert befand sich im Gebiet des NS-Gaus Trier-Birkenfeld-Koblenz (ab 1941 Gau „Moselland“ unter Einbeziehung Luxemburgs), dem Simon von 1931 bis 1945 vorstand.

Referent des Abends ist Joachim Hennig, Koblenz; Richter am Oberverwaltungsgericht. Hennig ist Mitglied des Sprecherrates der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz. Er wurde aufgrund seiner Verdienste um die Gedenkarbeit im Jahr 2008 mit dem Kulturpreis der Stadt Koblenz ausgezeichnet.


Datum: Donnerstag, 12. Februar 2009

Beginn: 19:00 Uhr
Ort: Gedenkstätte ehem. SS-Sonderlager KZ Hinzert
Veranstalter:
Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V. in Kooperation mit der
Evangelischen Studentinnen- und Studentengemeinde Trier,
dem Förderverein Gedenkstätte KZ Hinzert e.V. und der
Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz.

 


 

 

Autorenlesung zu Trierer Widerstandskämpferin und Stadtrundgang am 27.01.2009

Orli Wald, geborene Torgau, war eine ungewöhnliche Frau. Sie war Mitglied
der kommunistischen Jugendorganisation in Trier, leistete Widerstand gegen die NS-Diktatur  und geriet 1936 mit 22 Jahren in die Fänge der Gestapo. Neun Jahre überstand sie Gefängnisse und die Konzentrationslager Ravensbrück und Auschwitz. Dort rettete sie  Mitgefangene vor dem Tod.

Am Dienstag, dem 27. Januar 2009 – dem Nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus -, lädt der Arbeitskreis „Trier im Nationalsozialismus“ der AGF dazu ein,  mehr über die Lebensgeschichte dieser mutigen Frau zu erfahren. Der Journalist Peter Wald erinnert sich in einer Autorenlesung an seine Stiefmutter. „Hinter der grünen Pappe“ ist der Titel der Veranstaltung und gleichzeitig Titel eines im letzten Jahr erschienenen Buches über „Orli Wald im Schatten von Auschwitz – Leben und Erinnerungen“.

Veranstalter sind die
Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V.  in Kooperation mit der
Evangelischen Studentinnen – und
Studentengemeinde Trier,
der Katholischen Hochschulgemeinde Trier (KHG) und
der Heinrich-Böll-Stiftung Rheinland-Pfalz.

Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr im
Friedens- und Umweltzentrum der AGF in Trier,
Pfützenstraße 1.


Um 17 Uhr lädt die AGF zu einem Rundgang zu Trierer „Stolpersteinen“ ein
.
Vorgestellt werden die Biografien von NS-Opfern in Trier-Mitte und Trier-Süd. Treffpunkt ist das Friedens- und Umweltzentrum der AGF, Trier, Pfützenstraße 1.


Thomas Zuche - „AK Trier im Nationalsozialismus“

 


 
 

27. Januar 2009 : Programmheft zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

 

Einen Überblick über die Veranstaltungen und Initiativen zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus 2009 in der Landeshauptstadt Mainz, in Koblenz, Trier und anderen Orten im Land sowie in den Gedenkstätten Osthofen und Hinzert gibt das vom Landtag herausgegebene und soeben erschienene Programmheft. Der Landtag Rheinland-Pfalz, die Stadt Mainz und zahlreiche Institutionen laden die Bürgerinnen und Bürger dazu ein, an den Veranstaltungen teilzunehmen und dadurch der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken.

Allein in Mainz finden über zwanzig Veranstaltungen statt, vom Rundfunkportrait über Lesungen und Andachten bis hin zu Ausstellungen von Schülern für Schüler. Im Landtag wird die Ausstellung "Euthanasie in Hadamar" gezeigt. Das Parlament stellt die Verfolgung und Ermordung behinderter Menschen 2009 in den Mittelpunkt seiner Veranstaltungen. "Dass so viele unterschiedliche Menschen Gedenkveranstaltungen auf die Beine gestellt haben, ist ein Wert an sich", betont Landtagspräsident Joachim Mertes. "Es zeigt, dass das Zurückblicken am Gedenktag kein Reflex von Wenigen ist, sondern ein ernsthaftes Anliegen von Vielen. Noch vor wenigen Jahren ist manches undenkbar gewesen, was heute selbstverständlich aufgearbeitet werden kann." Der Landtagspräsident ruft besonders junge Menschen dazu auf, die Veranstaltungen zum Gedenktag zu nutzen: "Es geht darum, im Wissen um die Vergangenheit die Zukunft zu gestalten."

Die Broschüre zum 27. Januar 2009 können Sie HIER einsehen (PDF-Datei, Sie benötigen den Acrobatreader)


 
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